Karl Hofer
Zwischen Schönheit und Wahrheit
11. April 2026 bis 18. Oktober 2026
Schloss Achberg präsentiert in einer umfassenden Ausstellung das Werk von Karl Hofer (1878–1955), einem der bedeutendsten und zugleich eigenständigsten Künstler der klassischen Moderne in Deutschland. Über 60 zentrale Gemälde, voran aus der Sammlung Arthouse, zeichnen ein eindringliches Porträt eines Künstlers, dessen Schaffen drängende Fragen nach Humanität und Existenz aufwirft.
Das menschliche Dasein bildet den Kern von Hofers OEuvre. Seine Figuren in Motiven wie anmutigen Mädchenbildnissen, Badenden oder Tischgesellschaften sind Träger existenzieller, oft melancholischer Empfindungen. Dabei verarbeitete er subtil die Schrecken der Weltkriege und schuf eine Spannung zwischen zeitloser Schönheit und visionären Warnbildern. Als großer Einzelgänger entwickelte er mit klar konturierten Linien und trockener Farbigkeit eine unverwechselbare Bildsprache.
Von den Nationalsozialisten als „entartet“ diffamiert, prägte Hofer nach 1945 als Direktor der Hochschule für bildende Künste in Berlin maßgeblich die westdeutsche Kunstdebatte und verteidigte die figurative Malerei gegen die wachsende Dominanz der Abstraktion.
Die Schau kontextualisiert sein Werk durch Gemälde von Künstlern der Halleschen Schule sowie von Willi Baumeister und beleuchtet so die Rezeption seines Schaffens in Ost- und Westdeutschland.
Die von Michael C. Maurer und Marie-Theres Pecher kuratierte Ausstellung ist eine Kooperation von Schloss Achberg mit der Sammlung Arthouse, dem Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale), der Städtischen Galerie Bietigheim-Bissingen und der Kunsthalle Rostock. Ein umfangreicher Katalog ist im E.A. Seemann Verlag erschienen.
